Portfolio Impressionismus >> John Singer Sargent

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JohnSinger Sargent

 

John Singer Sargent (* 12. Januar 1856 in Florenz; † 14. April 1925 in London) galt als der bedeutendste US-amerikanische Porträt-Maler seiner Zeit. Um die Wende ins 20. Jahrhundert war er weltweit der am meisten gefragte, gefeiertste und teuerste Porträtmaler. Zu seinem Lebenswerk gehören ungefähr 900 Ölgemälde, 2000 Aquarelle sowie unzählige Skizzen und Kohlezeichnungen. In seinem Werk spiegeln sich auch seine umfangreichen Reisen wider. Nach seiner Ausbildung in Paris lebte er überwiegend in London, er bereiste aber Kontinentaleuropa von Norwegen bis nach Korfu, den Nahen Osten und kehrte mehrmals in die USA zurück.
Sargents Kindheit war ungewöhnlich. Seine Eltern lebten aus gesundheitlichen Gründen in Europa und blieben selten länger an einem Ort. Sargent genoss wegen dieser unkonventionellen Lebensweise nur wenig formelle Schulbildung. Seine Karriere war nicht völlig frei von Kontroversen. Sein Porträt der Madame X, das er 1884 in seiner Karriere im Salon de Paris einreichte und das eigentlich seine Stellung als Porträtmaler untermauern sollte, löste einen Skandal aus. Sargent wurde zwar immer wieder für seine technischen Fähigkeiten gerühmt, besonders seine Fähigkeit, mit dem Pinsel zu malen, wurde in seinen späten Lebensjahren bewundert, brachte ihm aber auch den Vorwurf der Oberflächlichkeit ein.
John Singer Sargent war das zweite Kind des Arztes FitzWilliam Sargent und seiner Frau Mary Singer. Das Ehepaar, das 1851 geheiratet hatte, lebte ursprünglich in Philadelphia, wo FitzWilliam Sargent eine kleine Praxis hatte, regelmäßig medizinische Fachartikel schrieb, sich zunehmend auf Augenheilkunde spezialisierte und am Wills Hospital Belegbetten hatte. Die erste Tochter des Ehepaars, die nach ihrer Mutter und ihrer mütterlichen Großmutter Mary getauft wurde, kam 13 Monate nach der Eheschließung zur Welt. Ihr Tod knapp zwei Jahre später ließ das Ehepaar ihre Lebensführung vollständig ändern. Mary Singer erlebte nach dem Tod ihrer Tochter einen Zusammenbruch und stand unter dem Eindruck, dass nur ein Leben im Ausland ihr ermöglichen würde, ihre Gesundheit wiederzuerlangen. Das Ehepaar entschloss sich, eine Weile in Europa zu leben. Am 13. September 1854 kam das Ehepaar gemeinsam mit Mary Singers Mutter in Liverpool an und verbrachte ihren ersten europäischen Winter in Pau, einer Stadt in der französischen Region Aquitanien. FitzWilliam Sargent hatte zwar seine medizinischen Studien in Frankreich für die Zeit nach seiner Rückkehr fortgesetzt, ließ sich aber im Herbst des Jahres 1855 von seiner Frau und seiner Schwiegermutter überreden, den europäischen Kontinent zu bereisen. Sie reisten über Paris nach Florenz, wo sie gegen Ende Oktober oder Anfang November die Casa Arretini in der Lungarno Acciaioli mieteten. In diesem Haus kam John Singer Sargent am Samstag, dem 12. Januar 1856 zur Welt. Der Botaniker Charles Sprague Sargent war ein entfernter Cousin des Künstlers.
FitzWilliam Sargent teilte zu Beginn des Jahres 1857 dem Wills Hospital mit, dass er nicht in absehbarer Zeit nach Philadelphia zurückkehren werde. Anlass für diese Entscheidung war der Wunsch von Mary Singer, die sich gesundheitlich immer noch nicht in der Lage fühlte, die lange Reise über den Atlantik anzutreten. John Singer Sargents Biograf Olson hält jedoch fest, dass Mary Singer immerhin gesund genug war, um zwischen 1856 und 1870 insgesamt fünf Kinder zu Welt zu bringen. John Singer Sargents Geschwister kamen 1857 (Emily Sargent, Rom), 1861 (Mary Winthrop Sargent, Nizza; † 1865 in Pau), 1867 (FitzWiliam Winthrop Sargent, Nizza; † 1870) und 1870 (Violet Sargent, Florenz) zur Welt.
Die Familie Sargent blieb gewöhnlich nicht mehr als einige Monate in einer Stadt – Mary Sargent fühlte sich selten länger an einem Ort wohl, ihr nomadisierender Lebensstil war nur von dem Wunsch geprägt, extreme Temperaturen zu meiden, so dass sie im Sommerhalbjahr meistens in Gebirgsnähe und im Winter sich in südlicheren Regionen Europas aufhielten. Ab Mitte der 1860er Jahre bewohnten sie mehrere Jahre hintereinander während des Winterhalbjahres eine Mietwohnung in Nizzas Rue Grimaldi, während des Sommers zogen sie jedoch unverändert von Ort zu Ort, so dass die Familie mehrere Male im Verlauf eines Jahres ihr gesamtes Habe zusammenpacken musste. Die Sargents waren keineswegs wohlhabend. Abgesehen von der Dividende, die FitzWilliam Sargent von einigem Aktienbesitz bezog, lebten sie bis 1859 von den Zinsen eines kleinen Geldvermögens, dass Mary Singer 1850 nach dem Tode ihres Vaters geerbt hatte. 1859 starb Mary Singers Mutter und hinterließ ihr gesamtes Vermögen ihrem einzigen Kind. Diese zweite Erbschaft, die sich auf insgesamt 45000 USD belief, ermöglichte dem Ehepaar ein auskömmliches, aber letztlich bescheidenes Leben.
Für die Kinder des Ehepaars war auf Grund der nomadischen Lebensweise ein Schulbesuch ausgeschlossen. FitzWilliam Sargent unterrichtete seine Kinder selber. Über John, seinen ältesten Sohn, schrieb er am 16. September 1861 an seine Mutter:

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